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Maulwurf Grabowskis Traum

Maulwurf Grabowskis Traum„Unser Waldkindergarten arbeitet weitgehend spielzeugfrei und mit zurückhaltender situativer Animation. Es soll viel Raum für intensives Freispiel gegeben sein, wofür die Natur ein reichhaltiges Spieleangebot bietet.“ So steht es im pädagogischen Konzept des Poinger Waldkindergartens, und selbstverständlich machen sich auch die Waldspiegruppen dieses wesentliche Anliegen der Waldpädagogik zu eigen.

Was darunter konkret zu verstehen ist, lässt sich gut am aktuellen „Tier des Monats“  im Waldkindergarten verdeutlichen. Es ist dies der Maulwurf, der zu solchen Ehren gelangte, nachdem die Mädchen und Buben plötzlich überall auf ihrem Kindergartengelände kleine Maulwurfhügel zu errichten begannen und die entsprechenden Stellen mit „Achtung Baustelle“-Schildern versahen: Die Maulwurfs-Zeit war angebrochen. Nun erfahren die Kinder den ganzen Juli lang Wissenswertes über den unterirdisch lebenden Insektenfresser mit den schaufelförmigen Händen, die besser graben können als alle Schaufeln, die die Kinder je im Kindergarten besaßen. Im Morgenkreis dürfen sie raten, wieviel Meter pro Stunde sich ein Maulwurf vorwärts graben kann (je nach Bodenbeschaffenheit bis zu sieben Metern!) auf dem Waldsofa machen sie es sich gemütlich und lauschen der Geschichte vom „Maulwurf Grabowski“, der im Einklang mit seiner Umwelt auf einer großen bunten Wiese lebt, bis eines Tages sein friedliches Leben durch riesige Bagger rücksichtslos gestört wird. Fortan ist Grabowski auf der Suche nach einer neuen Wiese...

Und auch diese Geschichte passt gut zum Alltag der Kinder, haben die Bauarbeiten rund um die Flughafentangente Ost (FTO) doch einen immer größeren Einfluss auf das Kindergartengeschehen. Traurig und teils wütend registrieren die Kleinen, dass „ihre“ geliebte Wiese, zu der viele Spaziergänge geführt haben, längst der FTO zum Opfer gefallen ist, andererseits sind die vielen Baufahrzeuge natürlich auch wahnsinnig interessant. So interessant, dass einige Kinder neulich auch im Kindergarten Bauarbeiter spielen wollten und daher zum „Mitbringtag“ Schutzhelme, Schutzbrillen und Pylonen in den Wald schleppten, um aus kleinen Ziegelsteinen Türme, Straßen und Gebäude zu errichten. So viel zum situativen Ansatz, der den Kindern die Möglichkeit gibt, sich mit dem zu beschäftigen, was sie gerade intensiv beschäftigt...