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Manche Kombinationen passen so gut, als ob sie füreinander erfunden worden wären: Vanille-Eis mit heißen Himbeeren zum Beispiel, die Sterne in der Nacht, der schwere Fliederduft im Mai – oder: Kinder und Matsch. Wer je beobachtet hat, wie kleine Menschen vollkommen versunken nasse Erde durch ihre Hände quellen lassen, wie sie Lehmkuchen backen und durch Schlamm waten; der muss sich eigentlich fragen, warum die Spielzeugindustrie allen Wirtschaftskrisen zum Trotz ein relativ gutes Geschäft verzeichnet: Ganz offensichtlich genügen ja einfachste Materialien, um Kinder in einen grundseligen Zustand zu versetzen.

Über Baumstämme springen und balancieren, einen Berg herunterkullern, mit Stöcken in Erdhöhlen stochern, Steine und Zapfen werfen, sich mit Laub zudecken, in Pfützen springen, aus Moos und Gräsern ein Hexensüppchen brauen oder mit Wasser schmieren: Kinder finden, wenn man sie lässt, instinktiv zum Spiel mit Naturmaterialien, und kein Erwachsener wird ihnen zeigen müssen, wie man damit spielt. Denn im Umgang mit den Ur-Materialien der Schöpfung sind sie die wahren Experten. Dieses sogenannte “Ur-Spiel” oder auch primäre Spiel ist von enormer Bedeutung für das Kind. Es ist gewissermaßen ein Wesensspiel, wird ein Mensch doch nie wieder die Welt derart mit seinem ganzen Wesen – mit Geist, Seele und Körper – begreifen wie in seinen ersten sieben Jahren.

Das Ur-Spiel mit nicht vorgefertigtem Material lässt der kindlichen Fantasie und Kreativität breiten Raum; es pflanzt in Kinder die Achtung vor der Umwelt, befriedigt ihren Hunger nach vielfältigen Sinneserfahrungen und bedient das Ur-Bedürfnis des Menschen nach klettern, sammeln, bauen und sich schmutzig machen – auch wenn letzteres manche Eltern nicht so gerne hören. Anders ausgedrückt: Das Ur-Spiel – und nicht der miauende, japsende oder quakende Musikwürfel, ganz zu schweigen von der Vorschul-Software am PC – stellt die höchste Form des Lernens und Arbeitens dar. |